Gemeinde Emmering - Bürgermeisterwort
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Gemeinde Emmering  |  E-Mail: gemeinde@emmering.de  |  Online: http://www.emmering.de

Bürgermeisterwort

Erster Bürgermeister Dr. Michael Schanderl

Liebe Emmeringer,

 

der Münchner Merkur berichtet in der vergangenen Woche über Ausgaben für die Jugendhilfe auf Rekordhöhe. Insgesamt sind durch Bund, Länder und Kommunen im Jahr 2010  28,9Mrd. Euro für Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben worden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 7,4 %. Einerseits stecken wir gerade in den Vorbereitungen zu unserem Haushalt 2012, andererseits beschäftigen wir uns mit der Erweiterung unseres Angebotes an Kindergartenplätzen. Beides veranlasste mich, die Entwicklung unserer Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe vom Jahr 2001 auf das Jahr 2011 darzustellen. Erwartungsgemäß können wir hier eine erhebliche Steigerung der Ausgaben feststellen. Die Ausgaben für das Jugendhaus, für Spiel- und Bolzplätze, unser Kinderhaus „Sausebraus" sowie Tageseinrichtungen anderer Träger und den laufenden Ausgaben für die Nachmittagsbetreuung an der Schule summierten sich im Haushaltsansatz 2001 auf etwas mehr als 300.000 Euro im Verwaltungshaushalt. Demgegenüber steht eine Summe von ca. 820.000 Euro im Jahr 2011. Zu berücksichtigen ist für das Jahr 2011 zusätzlich, dass die neue Krippe lediglich mit einem Drittelanteil Berücksichtigung fand. Denn diese startete erst zum Herbst 2011. Im Jahr 2012 müssen wir also für diese Gesamtleistungen rd. 900.000 Euro ansetzen. Bei einer derartigen Zusammenstellung fehlen eigentlich noch die Abschreibungen. Diese ergeben sich aus den Investitionen, die im Vermögenshaushalt dargestellt werden. Natürlich ist eine Ausgabensteigerung zu einem gewissen Anteil auch durch Kostensteigerungen im Personalbereich oder bei den Energiekosten zu begründen. Der wesentliche Grund der Verdreifachung unserer laufenden Ausgaben liegt jedoch in der Leistungsausweitung. Gegenüber 2001 haben wir heute ein Jugendhaus mit einer offenen Jugendarbeit, in unserem Kinderhaus bieten wir zusätzlich zu einer Regelkindergartengruppe eine integrative Kindergartengruppe und zwei Krippengruppen mit langen Öffnungszeiten bis 17 Uhr. Darüber hinaus ist es gelungen eine private Krippe in Emmering mit drei Krippengruppen zu initiieren. Seit 2002 gibt es zudem eine Ganztagesbetreuung, heute offene Ganztagesschule für die Jahrgangsklassen 5 bis 10 an unserer Volksschule. Es wurde also das Betreuungsangebot deutlich erweitert. Gleichzeitig wird ein derartiges Angebot in größerem Umfang als noch vor zehn Jahren in Anspruch genommen. Ich denke hier an lange Öffnungszeiten der Einrichtungen sowie längere Besuchszeiten im Kindergarten (drei Jahre). Der Anteil der von mir aufsummierten Beträge in der Kinder- und Jugendhilfe am gesamten Verwaltungshaushalt stieg vom Jahr 2001 von etwas mehr als 5 % auf knapp 10 % an. Auch darin spiegelt sich die Ausweitung des Leistungsangebotes wieder.

 

Wenn auch ein Teil aus freiwilligen Aufgaben besteht, so wird doch der überwiegende Teil der Ausgaben durch Pflichtausgaben der Gemeinde Emmering verursacht. Besonders zu nennen sind die Betreuungsplätze im Kindergarten. Seit langem besteht ein Rechtsanspruch für über Dreijährige auf einen Kindergartenplatz. Vor diesem Hintergrund ist auch unsere Beratung in der vergangenen Woche im Sozial-, Kultur- und Sportausschuss zu sehen. Durch den zeitlich geballten Zuzug junger Familien haben wir entgegen der langjährigen Prognose einen Anstieg von Kleinkindern im Kindergartenalter zu verzeichnen. Damit dürfte beim gegebenen Angebot in den kommenden Jahren mit Engpässen zu rechnen sein. Die Verwaltung wurde deshalb berechtigterweise beauftragt, die erforderlichen Vorbereitungen zur Einrichtung einer fünften Gruppe im Kinderhaus „Sausebraus" in die Wege zu leiten und hierzu die notwendigen Abstimmungen mit einem Architekturbüro und der Kindergartenaufsicht im Landratsamt Fürstenfeldbruck vorzunehmen. Dem Gemeinderat wurde empfohlen, den Bedarf über zusätzliche weitere Kindergartenplätze im Gemeindegebiet anzuerkennen.

 

Wir wollen nicht durch die Anmeldungen im März/April für die Kindergärten in Emmering überrascht werden. Wenn wir uns frühzeitig rüsten, dann können wir auch in den kommenden Jahren unserem Ziel des familienfreundlichen Emmerings gerecht werden. Zur Erfüllung unserer Pflichtaufgaben bedarf es eben nicht nur planerischer, sondern auch finanzieller Anstrengungen in den kommenden Jahren und darüber hinaus.

  

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Michael Schanderl

1. Bürgermeister

 

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